Erster Tag:
 
     Der allererste Gang durch Rom führte uns von unserer Pension aus die Via Venti Settembre zum Quirinalspalast. Der Bau des Palazzo Quirinale als päpstliche Sommer- Residenz wurde im 18. Jahrhundert begonnen. Von 1870 bis 1943 war er Sitz der ital. Könige und seit 1947 ist er die Residenz des Staatspräsidenten. Auf dem Vorplatz des Palastes erhebt sich über einer der vielen Brunnenanlagen Roms das Denkmal der Zwillinge Castor und Pollux, die der Sage nach die Stadt vor dem Untergang bewahrt haben sollen.
Dann, als das erste der Kaiserfora, sahen wir am Fuße des Quirinals das Trajansforum vor uns liegen. Damit befanden wir uns bereits im historischen Kern der Stadt. Das interessanteste Bauwerk diese Forums ist die rund 30m hohe Trajans-Säule. Das 200m lange Reliefband schildert den Feldzug Trajans gegen die Daker. An der Tatsache, daß das Forum tiefer als die Umgebung liegt, sehen wir, dass sich das Niveau der Stadt im Laufe der Zeit erheblich gehoben haben muss.
Nicht weit vom Forum steht das kolossale Ehrendenkmal Viktor Emmanuels. Wir erklettern seine vielen Stufen, um von hier aus die Aussicht über die Kaiserfora und weite Teile der Stadt zu genießen.
Als nächstes besichtigen wir die im Barock umgebaute Basilika San Marco. Hier konnten wir zugleich eine barocke Kirchendecke mit einer typischen Kassettengliederung und (im Altarraum) ein byzantinisches Mosaik sehen. Ein weiteres Besichtigungsobjekt bildete die auf dem Kapitol gelegene Kirche Santa Maria in Aracoeli. Ihr Name erklärt sich aus der Tatsache, dass die Kirche auf der höchsten Stelle des Kapitols liegt, dort, wo Augustus einen "Himmelsaltar" errichten liess zur dankbaren Erinnerung an die Verheißung eines Erlösers, die ihm durch die Sybille zuteil wurde. Diese Kirche wurde um das Jahr 1250 von Franziskanern erbaut. In der Sakristei wird das angeblich wundertätige "Santo Bambino" aufbewahrt.
Mit Ablasszetteln ausgestattet, zogen wir von hier aus weiter zum Kapitolsplatz, der in seiner heutigen Form von Michelangelo angelegt wurde. Erst bei näherer Betrachtung fiel uns auf, daß der Platz oval ist. Die geschickte Musterung des Pflasters und die trapezförmige Öffnung der flankierenden Paläste lassen aus einer Kreisform ein scheinbares Rechteck entstehen. Derartige perspektivische Rafinessen werden in der römischen Barock-Architektur häufig verwandt, um ihren Monumentalcharakter noch zu steigern. Den Mittelpunkt dieses Platzes bildet ein Reiterstandbild  Marc Aurels, das der Zerstörung nur entgangen ist, weil das Mittelalter es für das Denkmal Konstantins, des ersten christlichen Kaisers, hielt.
Mit dem Kapitolsplatz war unser Tagespensum an Besichtigungen erledigt. Ein längerer zwangloser Spaziergang füllte den Nachmittag und klang gegen Abend in einem Café am Corso Vittorio Emmanuele aus.
 
 

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