Siebter Tag:(Einige Stellen des folgenden Textes sind mit (.........) gekennzeichnet. Ich bitte um Nachsicht, dass bei der Abschrift in meinem Exemplar der - immerhin 40 Jahre alten Kopie - diese Passagen beim besten Willen nicht mehr von mir entzifferbar waren . (Bernd)).Über der siebten Tag wissen Heiko und Bio zu berichten:
Für einige Wenige, die vom vergangenen Abend noch nicht genug oder aber zuviel hatten, begann der Sonntag mit einer Messe in Santa Maria d'Egli Angeli. Nach einem gemeinsam eingenommenen "ergiebigen" Frühstück, zu dem sich auch der Rest der Klasse nach und nach einfand, beschlossen wir, einen uns "vollkommen unbekannten" Stadtteil -Trastevere- einmal ohne weiße Mäuse anzuschauen. Der kulturelle Teil begann und endete mit der Besichtigung der Kirche Santa Maria in Trastevere, der ersten Kirche Roms, die der Verehrung der Hl. Jungfrau gewidmet wurde. Es schloß sich ein Besuch auf dem weniger kulturellen aber nicht weniger interessanten Flohmarkt an. Hier ersteigerte ich (Melli) eine Schallplatte. Meinen Co-Reverenten Bio verlor ich zu dieser Zeit leider aus den Augen, er weiß aber zu berichten, daß Bego, der wie üblich in Geldmangel war, beinahe bei einem Falschspieler ohne Risiko 10000 Lire gewonnen hätte. Diesen theoretischen Verlust hat er bis heute noch nicht verschmerzen können. Der Flohmarkt bot von der mehrfach benutzten Rasierklinge (erstaunlich niedriger Preis, weil nur leicht oxydiert) bis zum Jackenknopf Mussolinis fast alles. Gebrauchtwagen waren seltener. Alsdann fuhren wir nach der Beobachtung eines Auffahrunfalls in unser trautes Heim in der Via Flavia zurück, um uns ein weiteres Nocheinmal phantasievollsten Spaghettigerichten zu widmen. Wir beschlossen dann, zur Via Appia hinauszufahren. Ein Bus der römischen SPQR Betriebe beförderte uns dorthin. Vor der Besichtigung der Via Appia Antiqua, die mehrere Kilometer lang ist (zu lang für uns), besuchten wir die St.Sebastianus - Katakomben, um anschließend die darüberliegende St.Sebastianus-Basilika zu besichtigen, die mehrere berühmte Reliquien beherbergt. Nach der Besichtigung des Grabmals der Zäzilie Metella traten wir den Rückzug an.
Ein Bus, dessen Fahrer das Wort "Geschwindigkeitsbeschränkung" aus seinem Wortschatz schien gestrichen zu haben, der mit dem Knie schaltete und die Bremse durch häufiges Hupen schonte, jagte uns in Richtung Heimat, wo am Abend, nach einem reichhaltigen Abendessen in der Pensione Mevio, ein Abschiedsfest in Trastevere stattfand.
Hier muß ich (Bio) passen, da ich mich nur an Teile dieses Abends erinnere, die sich wahrscheinlich noch nicht einmal an diesem Abend abgespielt haben. Wie dieser Filmriß meines Gedächtnisses zustande kam, ist mir bis heute schleierhaft.
In einer wesentlich besseren Lage befand ich mich auch nicht. Wer wohl? Es war, soweit ich (Melli) mich daran erinnern kann, ( ...... ) Abend, der damit endete, daß einige Herren unserer Klasse zwar nicht redselig wurden, aber eben doch etwas auf ungewohntem Wege von sich gaben. Zu erst wurden wir mit Spaghetti a la Carbonara berieselt, und später wollte sogar einer überall schlafen. (Deutliches Zeichen von Überanstrengung.) Auf dem Heimweg stiegen zwar zwei Klassenkameraden in den verkehrten Lift (es war auch das verkehrte Haus), aber es machte ihnen offensichtlich Spaß, einmal mehrmals kostenlos rauf und runter zu fahren. Endlich gelangten wir aber doch noch vollzählig und wohlbehalten in unsere Betten. Es war ein erfolgreicher Tag.